Mittwoch, 29 Juli 2015 12:26

Krebsvorsorge Mann

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TÜV beim Mann - die vertane Chance

Fragen wir Herrn X: "Wann haben Sie Ihr Auto das letzte Mal zur Inspektion oder zum TÜV gebracht?", so wird er mit Selbstverständlichkeit antworten "Pünktlich natürlich!", das heißt, alle zwei Jahre.

Fragen wir denselben Herrn X danach, wann er seine letzte Krebsvorsorgeuntersuchung beim Arzt hat durchführen lassen, wird er mit größter Wahrscheinlichkeit eine ausweichende, entschuldigende oder sogar abwehrende Antwort geben.



Dabei glaubt sicherlich niemand, der menschliche Körper sei weniger störanfällig als ein Pkw !
Tatsache ist, dass in unserer Wohlstandsgesellschaft die mit der Vorsorgeuntersuchung frühzeitig entdeckbaren Krebsarten durch unsere Lebens- und Essgewohnheiten weiter zunehmen. Um so wichtiger ist es, dass mehr Männer (und natürlich auch Frauen) die Vorsorge-Untersuchung(en) wahrnehmen.

Ein paar Fakten: Nur 16 Prozent der Männer (aber immerhin 34 Prozent der Frauen) nutzen das Angebot, die jährliche Krebsvorsorge vom 40. Lebensjahr an durchführen zu lassen.
In Deutschland erkranken jährlich etwa 55000 Menschen neu an einem Dickdarm- oder Enddarmkrebs. Weltweit sind es rund 678000 Neuerkrankungen pro Jahr, etwa 394000 Menschen sterben jährlich an dieser Krebsart. Damit ist das Karzinom des Darms bei Männern die zweithäufigste Tumorerkrankung nach dem Bronchialkarzinom. Das Prostatakarzinom des Mannes tritt ebenfalls häufiger im höheren Lebensalter auf, es ist mittlerweile der dritthäufigste Tumor beim Mann und die zweithäufigste Krebstodesursache.

Bei der Vorsorge-Untersuchung werden durchgeführt:
- eine Befragung nach möglichen Erkrankungszeichen;
- Urin- und Stuhluntersuchung;
- Tastuntersuchung des Enddarmes und der Prostata durch den
. .Arzt;
- Inspektion der Haut.

Allein mit diesen Untersuchungen kann ein erheblicher Anteil der Krebserkrankungen im heilbaren Frühstadium entdeckt werden. Zwei weitere Untersuchungen, die zur Zeit jedoch noch keine Kassenvorsorgeleistungen sind, können zur deutlichen Verbesserung der Vorsorge empfohlen werden:
- der PSA-Test im Blut: Dieser sogenannte "Tumormarker" gibt
. recht frühzeitig Hinweise auf das Vorliegen eines Prostatakar-
. zinoms;
- eine Darmspiegelung: Nach neueren Erkenntnissen wird ab
. dem 50. Lebensjahr eine teilweise oder komplette Spiegelung
. des Dickdarms empfohlen.

Die Krebssterblichkeit an einem Dickdarmtumor kann hierdurch um bis zu 85 Prozent gesenkt werden.
Wenn Sie parallel zu diesen Untersuchungen auch noch etwas mehr auf Ihre Lebensgewohnheiten achten, mehr Sport treiben, Übergewicht vermeiden, den Fleischanteil in Ihrer Ernährung vermindern und mehr Gemüse und Obst essen sowie auf Nikotin- und Alkoholkonsum weitgehend verzichten, dann sind die Chancen, bei Ihrer persönlichen Vorsorgeuntersuchung ohne Beanstandungen die TÜV-Plakette zu erhalten, recht gut.
Sprechen Sie Ihren Hausarzt darauf an, er berät Sie gern !

Gelesen 16561 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 06 August 2015 10:19
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